Aktuelles
Messebeteiligung
6. Internationale Zuliefererbörse IZB
vom 06. - 08. Oktober 2010 in Wolfsburg
Zeitungsartikel "Ein Scheibchen von der Zukunft" von Anja Schröder, erschienen am 04.01.2009 in der "Westfälischen Rundschau"
Ein Scheibchen von der Zukunft - Rafflenbeuls selbstklebende Unterlegscheibe: Hält sogar auf Fett
Keiner will's beschönigen: Die wirtschaftliche Lage, gerade im produzierenden Gewerbe am Tropf der Automobil-Industrie, ist nicht rosig. Dass Hagens Mittelstand den Kopf trotzdem nicht in den Sand steckt? Dass die heimischen Unternehmen durch Ideen glänzen?
Rafflenbeul beispielsweise schneidet sich ein Scheibchen von der Zukunft ab.
Das war das Schlüsselerlebnis: Eigentlich hatte Siemens nur ein paar Musterstücke per Post geordert. „Für den Mitarbeiter war das sicher anfangs nicht mehr, als ein Verbesserungsvorschlag”, also Routine. Martin Rafflenbeul hatte es sich dann aber nicht nehmen lassen, die neuen selbstklebenden Unterlegscheiben persönlich vorbeizubringen. 6 000 Stück hatte er letztlich da gelassen, zum Ausprobieren. Weil ihm das Unternehmen gleich signalisiert hatte, dass es wohl noch ein gutes halbes Jahr dauern werde, bis die Lagerbestände verbaut wären… Gleich am nächsten Tag klingelte das Telefon, es klingelte Sturm. Die Order: Sofort schicken! „Die Jungs am Band wollen nichts anderes mehr…!”
Martin Rafflenbeul lacht. Weil seine Entwickler ins Schwarze getroffen haben. Und das auch den 127 Mitarbeitern des Unternehmens in Eilpe ein Stück Zuversicht für 2009 gibt. Heimwerker und Autobastler kennen's ja auch: Wie schnell einem das Unterlegscheibchen zwischen den Fingerspitzen durchrutscht… Diese hier eben nicht mehr. Sie kleben. Auch wenn der Untergrund fecht ist oder fettig. Und: Der Kleber hält bis 380 Grad. Das heißt: Die Scheiben halten auch Arbeitsgänge wie Überlackieren und Einbrennen aus - was in der Automobilindustrie von deutlichem Vorteil ist.
Inzwischen haben aber auch die großen Schrauben-Händler die Finger gehoben. Und haben Hausgerätehersteller den Nutzen erkannt. Wenn neue Waschmaschinen klappern, erklärt Rafflenbeul, ist die Ursache meist eine winzige. Ein dünnes Scheibchen, an einer Seite glatt, an der anderen geriffelt, das falsch eingelegt ist. „Mit selbstklebenden Scheiben passiert das nicht”, rechnet der Chef mal gleich auf eine Stückzahl von acht Millionen hoch.
Neben den Sonderscheiben für die Industrie wird es ein Normteil-Sortiment für Handwerker geben. Aus der Schachtel für den Endverbraucher lässt sich der Bandwurm der Klebescheibchen einzeln ziehen. Rafflenbeul schließlich hat etwas übrig für fixe Ideen. So saß dann auch der Werbeslogan: „Fix dran, fix fertig” - ein „anziehender” Spruch, wie ein busenschöner Verwendungsvorschlag untermalte…
Auf der Messe in Wolfsburg jedenfalls „klebten” die Interessenten am Stand des Hagener Unternehmens. Seit Ende Dezember ist der Gebrauchsmusterschutz anerkannt. Jetzt geht's an die technische Umsetzung. Im Sommer soll die Produktion laufen. Drei Maschinen - eine Investition von rund 450 000 Euro - sollen dann deutlich mehr als zehn Millionen Klebe-Teile im Jahr produzieren. Im Moment nämlich liegt die Produktionsmenge bei einem Bruchteil - weil noch per Hand geklebt wird…
Hagen, 04.01.2009, Anja Schröder
Zeitungsartikel "Weltneuheit aus Oberhagen" von Michael Eckhoff, erschienen am 25.10.2008 im "Wochenkurier am Samstag"
Weltneuheit aus Oberhagen
Von Michael Eckhoff
Hagen (24.10.08). Es ist wie so oft im Leben - die vermeintlich einfachen Lösungen lassen sich gar nicht so einfach in die Tat umsetzen. Man kennt das Problem seit Jahren und trotzdem findet sich keine akzeptable Lösung. Bis dann endlich jemand kommt und den richtigen "Dreh" austüftelt. Rudolf Rafflenbeul, ein Unternehmen von der Eilper Straße, hat jetzt für ein langjähriges Problem eine simple, intelligente Produktlösung entwickelt: Die selbstklebende Unterlegscheibe von der Rolle…

Manchmal liegen Erfindungen eigentlich seit Jahren auf der Hand, werden aber merkwürdigerweise nicht verwirklicht. Jetzt gibt es eine Weltneuheit aus Oberhagen: die selbstklebenden Unterlegscheiben."Ich habe mich früher bei Arbeiten in Schaltschränken immer mal wieder über ’runtergefallene Unterlegscheiben geärgert," schmunzelt Elektromeister Wolfgang Plum "und anschließend schlaflose Nächte gehabt - aus Angst, die Metallteile könnten schlimme Kurzschlüsse verursachen. Aber dieses Problem hat ja jetzt ein Ende..."
Dass Elektromeister Plum künftig keine Angst mehr vor "verschwundenen Scheiben" haben muss, hat einen guten Grund: Das Oberhagener Unternehmen Rudolf Rafflenbeul bringt in diesen Tagen ein Produkt auf den Markt, das genau jene einfache Lösung beinhaltet, die Handwerkern und Ingenieuren das Leben erleichtert: "Montix", die selbstklebende Unterlegscheibe.
Das neue Produkt kommt von der Rolle, so wie Lochrandverstärker für Ordner, und kann im Handumdrehen montiert und befestigt werden. "Das spart Zeit, Geld und erhöht die Sicherheit," beschreibt Geschäftsführer Martin Rafflenbeul die Produktvorteile. Natürlich wird das neue patentierte Produkt nicht nur im Elektrobereich seinen Einsatz finden. Montix bietet sich überall da an, wo eine sichere und schnelle Fixierung notwendig ist. Wie beispielsweise im Sanitärbereich und im Fahrzeugbau. "Getreu dem Motto: Fix dran, Fix fertig!" ergänzt Martin Rafflenbeul.
Sensible Platinenverschraubungen profitieren von den "Selbstklebern" ebenso wie Arbeiten an ungünstigen Stellen. Deshalb darf sich "Montix" auch als Weltneuheit präsentieren. "Problemlösungen sind unser tägliches Geschäft. Denn nur wer maßgeschneiderte Produkte für seine Kunden entwickelt, hat langfristig eine Chance am Markt", beschreibt Martin Rafflenbeul die Firmenphilosophie.

Anna Kozinski - "Rafflenbeul-Azubi" im 2. Lehrjahr - führt´s vor: "Montix", die selbstklebende Unterlegscheibe. "Sie kommt von der Rolle, so wie Lochrandverstärker für Ordner, kann im Handumdrehen montiert und befestigt werden. Ideal für Industrie und Handwerk!"Seit 1902 ist die Stahlwarenfabrik ein wichtiger Zulieferbetrieb für die Auto- und Elektro-Industrie. Des weiteren gehören der Maschinenbau und einige Hersteller "weißer Ware" (Waschmaschinen & Co.) zu den Haupt-Abnehmern des Familien-Unternehmens, das heute die Diplom-Ingenieure Frank Dormeyer-Rafflenbeul, Christoph Rafflenbeul-Dormeyer und Martin Rafflenbeul leiten. Das Unternehmen fertigt mit rund 130 Mitarbeitern hauptsächlich Stanzteile aus Federstahl, die über 2000 Artikel umfassen. Die Produkte werden in mehr als 33 Länder geliefert.
Als Standort kam in der über hundertjährigen Firmengeschichte für die Familie Rafflenbeul nie ein anderer Standort als der Raum Hagen in Frage. "Wir fühlen uns unserer Heimat verbunden", betont die Geschäftsleitung, "zumal wir hier die Arbeitskräfte und Zulieferer finden, die wir brauchen, um unseren Qualitätsanspruch erfüllen zu können." Aus diesem Grund wurden in der Oberhagener "Oege" - einem traditionsreichen Gewerbegebiet, wo früher unter anderem auch Elbers und Hussel "residierten" - in den letzten Jahren umfangreiche Investitionen getätigt, um weiterhin wettbewerbsfähig zu sein. So baute Rafflenbeul kürzlich eine neue Halle für 1,6 Millionen Euro, in der spezielle Methoden des Schleifens und Verzinkens zur Anwendung gelangen. Im nächsten Jahr folgt noch eine mechanische Verzinkungsanlage, wovon es in Deutschland nur drei Exemplare gibt.
Der Mut, immer wieder neue Wege zu beschreiten, scheint sich ein weiteres Mal auszuzahlen. Führende deutsche Unternehmen wie Siemens und Porsche haben bereits großes Interesse an "Montix" gezeigt. Bei der Produkt-Entwicklung hatten es die Tüftler von der Eilper Straße anfänglich gar nicht so leicht, für "Montix" den richtigen Klebstoff zu finden - schließlich muss er geruchsneutral, transparent, überlackierbar und temperaturbeständig sein, notfalls immerhin bis 380 Grad. Welchen Zauberstoff er letztlich gefunden hat, möchte uns Martin Rafflenbeul nicht verraten: "Geheim!"
Obendrein wird die weltweite Vermarktung in Angriff genommen. Damit eine weitere Oberhagener Idee den Globus erobern kann…








